Unterricht für ausländische Schüler, Schüler nichtdeutscher Muttersprache und interkulturelles Lernen.
Im Bereich der Ausländerpädagogik stehen im Mittelpunkt die Fördermaßnahmen für ausländische Schüler und der Erziehungsauftrag zum interkulturellen Lernen.
Die Schule hat einerseits zur Aufgabe, Schülern mit nichtdeutscher Muttersprache, individuelle Lernhilfen zu bieten.
Hierbei handelt es sich um das Erlernen und Verbessern der deutschen Sprache und um den Erhalt der sprachlichen und kulturellen Identität. Andererseits verfolgt sie durch die interkulturelle Erziehung das Anliegen, Toleranz zwischen den Schülern zu vermitteln und zum Begreifen, Erleben und Mitgestalten andersartiger kultureller Werte aktiv sowie
altersgerecht beizutragen. Schüler mit Migrationshintergrund sind eine Bereicherung für die Schule. Durch ihre
Anwesenheit hat sie die Chance, mitmenschliches Verständnis als reale Aufgabe zu sehen und im Klassenzimmer zu
erfahren und zu praktizieren.
Das Staatliche Schulamt in der Landeshauptstadt München informiert und bietet Unterstützung in vielfältiger Weise an:
1. Deutschförderkurse:
Um ihre Deutschkenntnisse zu verbessern, werden für Schüler mit nichtdeutscher Muttersprache, die bereits Regelklassen besuchen, Deutschförderkurse in Kleingruppen angeboten.
Stand 10.09.08: ca. 10.300 Schüler mit nichtdeutscher Muttersprache aus Regelklassen nehmen an ca. 945 Deutschförderkursen teil, wofür 1.846 zusätzliche Lehrerstunden bereitgestellt werden. Das entspricht umgerechnet der Arbeitszeit von rund 65 Lehrerinnen und Lehrern.
2. Deutschlerngruppen:
Für das Schuljahr 2008/2009 wurden 49 (Vorjahr 42) Deutschlerngruppen für Schulanfänger mit nicht ausreichenden Deutschkenntnissen eingerichtet. Die Schülerinnen und Schüler werden in den Kernfächern Deutsch, Mathematik, Heimat- und Sachunterricht differenziert (bis zu 14 Wochenstunden), in den übrigen Fächern mit den anderen Schülern ihrer Stammklasse gemeinsam unterrichtet. In der 2. Jahrgangsstufe werden 34 (Vorjahr 26) Deutschlerngruppen für Schüler ohne ausreichende Deutschkenntnisse geführt.
Für diese integrative Fördermaßnahme wurden insgesamt 83 Klassen an 40 Grundschulen für 897 Schüler gebildet.
Im Schuljahr 2008/2009 wurden in München auch 8 Deutschlerngruppen im Hauptschulbereich in der Jahrgangsstufe 9 eingerichtet.
Schülerinnen und Schüler der Deutschlerngruppe 1 und 2 erhalten eine maximal zwei Jahre dauernde besondere Förderung mit dem Ziel, ganz in ihre Stammklasse zu wechseln. Das Ziel der Deutschlerngruppen der Jahrgangsstufe 9 ist der erfolgreiche, ggf. der Qualifizierende Hauptschulabschluss.
3. Vorkurse in Deutsch für Schulanfänger:
Um bereits vor Beginn des Eintritts in die Schule Sprachdefizite abzubauen, werden im Schuljahr 2008/2009 393 (338 Vorjahr)Vorkurse mit je 3h pro Kurs ( 2h pro Kurs Vorjahr) von 120 Grundschulen für 3.416 Kinder abgehalten, wofür 1.179 (676 Vorjahr) Lehrerwochenstunden verwendet werden.
Ein gleiches Angebot in entsprechendem Umfang wird von Seiten der Kindergärten erbracht.
4. Übergangsklassen:
Zusätzlich werden für die Förderung der Schüler mit nichtdeutscher Muttersprache Übergangsklassen eingerichtet.
In 35 Übergangsklassen erhalten die Schüler neben dem sonstigen Unterricht wöchentlich 10 Stunden Deutsch als Zweitsprache, um ihnen einen möglichst schnellen Übertritt in Regelklassen zu ermöglichen. In Übergangsklassen ist die Schülerzahl auf 24 begrenzt, um effektives Lernen zu erleichtern.
5. Religiöse islamische Unterweisung:
Neben religiöser islamischer Unterweisung für türkische Schüler in türkischer Sprache an 21 Grund- und Hauptschulen wird an 21 Schulen (Vorjahr 16) religiöse Unterweisung für Schüler muslimischen Glaubens in deutscher Sprache erteilt. Außerdem richtet das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus an einer Grund- und an einer Hauptschule den Modellversuch "Islamischer Unterricht" ein. Der Probelauf "Alevitischer Religionsunterricht" wird an zwei Münchner Grundschulen gestartet.
6. Muttersprachlicher Ergänzungsunterricht:
Des Weiteren erhalten Schüler mit nichtdeutscher Muttersprache, die Regelklassen besuchen, in kleinen Gruppen eine Förderung in ihrer Muttersprache. Diesen muttersprachlichen Ergänzungsunterricht, der von ausländischen Lehrern gehalten wird, gibt es in 8 Sprachen. Es werden in ca. 96 Kursen 1.474 Schüler unterrichtet und 238 Lehrerwochenstunden verwendet.
Die islamische religiöse Unterweisung und der muttersprachliche Ergänzungsunterricht an den staatlichen Grund- und Hauptschulen in München erfordern insgesamt einen Personalaufwand von 20 Vollzeitlehrkräften.
Ansprechpartner:
Frau Broßmann, Schulamtsdirektorin (Schulrätin VII)
Frau Buchinger, Sekretärin Tel. 54413555
Frau Albrecht, Lehrerin, pädagogische Mitarbeiterin Tel. 54413563
Frau Zimmek, Lehrerin, pädagogische Mitarbeiterin Tel. 54413562
Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 16. Oktober 2008 um 16:39 Uhr